In einem Schreiben des Amtsbezirks Lank an die Kreisverwaltung Kempen vom 29. September 1950 findet sich ein Vermerk mit dem „Verzeichnis der im Amtsbezirk Lank vorhandenen Vereine“. Für die Gemeinde Ossum-Bösinghoven wurden aufgelistet (in Klammern die Vereinsführer bzw. Vorsitzenden):

– Schützenverein (Rudolf Zens)
– Allgem. Turnverein (Wilhelm Mertens)
– Trommlerkorps (Johann Spicker)
– NS-Kriegerkameradschaft (Johann Rudolph)
– Männergesangverein1909 Bösinghoven (Franz Dömkes)
– Turnverein „Frisch auf“ Bösinghoven (Walter Hartmann)

Die Mitgliederstruktur des Turnvereins „Frisch auf“ Bösinghoven stellt sich im Jahre 1950 so dar: 31 aktive Senioren, 25 männliche Jugendliche, 27 weibliche Jugendliche; insgesamt hatte der Verein 83 Mitglieder. Zum Vergleich sei angeführt, dass „Treudeutsch Lank“ seinerzeit 228, der Allgemeine Sportverein ASV Lank 141 und Adler Nierst 46 Mitglieder verzeichneten.

Der Verein führt das Gründungsjahr in seinem Vereinsnamen. Am 1.Juni 1964 wurde die Eintragung in das Vereinsregister Neuss beantragt. Der Name TuS (Turn- und Sportverein) wurde mit Bedacht gewählt, denn es gab in Bösinghoven den Turnverein „Frisch auf“ Bösinghoven von 1927 dessen Aktivitäten waren mannigfaltig: Neben der Turnabteilung verfügte der Verein über eine Jugendabteilung (unter der Leitung von Hermann Verholen) sowie eine Damenriege, zunächst unter der Leitung von Peter Schumann, nach dem Zweiten Weltkrieg von Gertrud Gatzen. Nach dem Krieg wandte man sich dem Handball zu. Der letzte amtierende Vorsitzende des Vereins war Hans Brockerhoff.

Mit den Nachbarvereinen des Amtsbezirks Lank und der Stadt Krefeld sowie des Kreises Kempen-Krefeld wurden regelmäßig sportliche Wettkämpfe im Handball ausgetragen. In der Regionalausgabe Krefeld der Rheinischen Post findet man Spielergebnisse des Turnvereins „Frisch auf“ Bösinghoven von 1946 bis ins Jahr 1951. Damalige Spielgegner wie der TV Osterath, Jahn Bockum, TV Anrath und TV Fischeln gibt es immer noch.

Im Saal der Gaststätte Bongartz (heute Büker), der mietfrei zur Verfügung stand, fanden Turnstunden statt. Ein eigener Sportplatz am Geisweg rundete das Vereinsleben ab. Dieses Grundstück war für 75 DM im Jahr von der Amtsgemeinde Lank gemietet. In Folge des zurückgehenden Nachwuchses beschloss man im Jahr 1953, die Vereinsaktivitäten auf unbestimmte Zeit ruhen zu lassen. Die damalige Gemeinde Ossum-Bösinghoven löste leider den Pachtvertrag auf mit der Begründung, dass man die Gemeindefinanzen nicht länger mit solch unnötigen Ausgaben belasten könne. Bereits am 2. Juli 1951 hatte sich die katholische Volksschule Bösinghoven an den Amtsdirektor in Lank mit der Bitte gewandt, „den unbenutzten und völlig verwahrlosten Sportplatz in der Nähe der Siedlung auf dem Geis für die Schaffung eines Kinderspielplatzes zu nutzen“. Die Schaffung eines Spielplatzes erschien geeignet zur Vermeidung von „Sittlichkeitsdelikten an Minderjährigen und aus Gründen der Verhinderung von Verkehrsunfällen“. Auch dieses Anliegen wurde abschlägig beschieden.

Im Jahr 1964 regte sich wieder sportliches Leben in Bösinghoven. Damals bildete sich eine Fußball spielende Jugendgruppe. Initiatoren waren u. a. Josef Lenzen, Heinz Tofil, Josef und Johannes Peters und Willi Dahmen, dessen Ehefrau damals in der Dorfschänke als Kellnerin arbeitete und den Verein eifrig unterstützte. Im Mai des genannten Jahres fand die Gründungsversammlung mit 38 anwesenden Mitgliedern in der Dorfschänke statt. Der damalige Inhaber und Wirt Julius Rudolph war ein großer Förderer und seit Gründung auch der 2. Vorsitzende des TuS 1964 Bösinghoven e.V. Erster Geschäftsführer des Fußballvereins wurde Willi Dahmen, dem 1967 Leo Peters folgte und das Amt bis 1976 inne hatte. Als 1. Vorsitzender wurde Paul Birgels gewählt, der dieses Amt bis 1973 ausübte. Seinen Aktivitäten verdankt der Verein auch die eigene Sportanlage an der A 57, die 1977 eingeweiht wurde. Bis dahin spielten und trainierten die Fußballer am Fungendonk in Krefeld-Oppum, später durfte die Sportanlage des SSV Strümp genutzt werden.

Historie TuS 01

Das Foto zeigt die A-Jugend des TuS im Jahre 1965 vor einem Spiel beim VfB Uerdingen. Von links stehend: Manfred Cremer, Wilfried Gerlich (in den 60er Jahren die gute Seele der Fußballjugend beim TuS), Bernd Halbe, Willi Maaßen, Reiner Nühlen, Josef Peters, Leo Neuhausen, Kalli Schmitz; kniend von links: Günther Nollau, Josef Lenzen, Johannes Peters, Werner Pütz, Peter Dickhof; Foto: privat

Mit zwei Seniorenmannschaften und einer A-Jugendmannschaft wurde im August 1964 der Spielbetrieb aufgenommen. Das erste Meisterschaftsspiel verlor der TuS 1964 Bösinghoven gegen die Reserve des Eisenbahnersportverein Ausbesserungswerk (ESV AW) Oppum mit 1:8. Die Rheinische Post titelte damals: „Neulinge arg gerupft!“. Die Mannschaft war mit folgenden Spielern angetreten: Torwart: Hubert Haslach, Verteidiger: Heinz Ziebolz und Franz-Josef Grünig, Läufer: Manfred Lemke, Helmut Theißen und Herbert Weiler, Stürmer: Heinz Fuchs, Hans Mostolta, Friedhelm Köppen und Rainer Friemel. Im gleichen Jahr war auch der SSV Strümp gegründet worden.

Legendär war in den sechziger und siebziger Jahren die so genannte „3. Halbzeit“, die nach den Spielen in der Dorfschänke stattfand. Es gibt noch zahlreiche Zeitzeugen, die sich dieser Feiern, bei denen immer viel gesungen wurde, gerne erinnern. Sportlich erlebte der Verein Höhen und Tiefen. Fußballerisch hingen die Trauben sehr hoch; mit dem vorhandenen Spielermaterial war ein Aufstieg in die 1. Kreisklasse nicht zu schaffen, und aus der eigenen Fußballjugend gingen nur wenige Talente hervor. Begabte Spieler wie Manfred Cremer, der in Münster studierte, holte der Verein per Fahrdienst zu den Spielen nach Bösinghoven und chauffierte ihn auch sonntags wieder zurück. Die guten Spieler aus Bösinghoven benötigten dringend Verstärkung um sportlich vorwärts zu kommen. Über Mundpropaganda machten die Verantwortlichen schon damals Werbung mit der geradezu sprichwörtlichen Kameradschaft im TuS. Beim Nachbarn Fischeln gab es ein Reservoir von Fußballern, die an einem Wechsel interessiert waren: So fanden Remy Larbalette, Rolf Schumacher, Horst Bohnen und Leo Neuhausen den Weg „zur Geismühle“, wie es die Rheinische Post seinerzeit formulierte. Dieter Bannenberg, der den Verein von 1974 bis 1978 leitete, hatte darüber hinaus gute Kontakte zur Düsseldorfer Amateur-Fußballszene und konnte von dort u. a. Manni Brill, Udo Krüger und die Streinstrasser-Brüder für den TuS anwerben. Sie stellten allesamt brauchbare Verstärkungen für die damalige „2. Kreisklasse Ost Kempen-Krefeld“ dar. Darüber hinaus hatten die Vorgenannten hervorragende Kenntnisse und Erfahrungen im Skatspiel. Da sich dieses Spiel auch in der damaligen Dorfschänke großer Beliebtheit erfreute, ergaben sich daraus mit großer Leidenschaft geführte Skatabende, die immer nach dem freitäglichen Training stattfanden und manches Mal erst bei Sonnenaufgang endeten.

Im Jahre 1975 beschloss der Verein unter der Führung des damaligen Vorsitzenden Dieter Bannenberg, eine Gymnastikabteilung zu gründen. Im November 1975 trafen sich mehr als 80 Damen zur Gründungsversammlung in der Dorfschänke. Die erste Übungsstunde fand am 14. Januar 1976 in einem Klassenzimmer der Alten Schule in Bösinghoven statt, wo 1965 bereits der Schulbetrieb eingestellt worden war. Erste und einzige Übungsleiterin war damals Uschi Klupsch, die bis heute eine herausragende Rolle in der Gymnastikabteilung des TuS spielt. Sie und Uschi Beckord, unterstützt von ihren Ehemännern, waren, und sind es immer noch, auch die Initiatoren der jährlichen Radtour, meist an den Niederrhein und für ein Wochenende. Das Interesse am Radeln hat sich scheinbar über die zwei gewesenen Radfahr-Vereine in Bösinghoven gehalten und vererbt.

Mit dem Jahr 1980 begann gleichsam eine neue Zeitrechnung beim TuS 1964 Bösinghoven. Eine Ursache lag darin, dass der Vorsitz in den siebziger Jahren häufig wechselte. So hatte Paul Birgels den Verein von 1964 bis 1973 geleitet und wegen Arbeitsüberlastung – er war mittlerweile Mitglied im Rat der Stadt Meerbusch geworden – das Amt in andere Hände gelegt. Der Not gehorchend hat er noch einmal von Februar 1979 bis März 1980 den Vorsitz übernommen. In den Monaten Dezember 1979 und Januar 1980 ging er mit dem damaligen Geschäftsführer Johannes Peters auf die Suche nach einem neuen Vorsitzenden. So wurde Steffen Döhler, dessen Ehefrau Gisa in den siebziger Jahren für die CDU im Kreistag saß und gute Kontakte zu Paul Birgels unterhielt, mehrfach im heimischen Wohnzimmer aufgesucht. Nachdem Steffen Döhler zugesagt hatte, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen, wurde ein tragfähiges Konzept für die Zukunft des TuS entwickelt. Für den Verein begann eine gute Zeit, die auch einige Jahre Bestand hatte. Fußball und Gymnastik waren nunmehr als Sportarten im Verein etabliert, den Begriff „Abteilung“ kannte man damals noch nicht.

Als erste neue Sportart entschied man sich für Badminton, und bereits im Herbst 1980 fand die entsprechende Gründungsversammlung in der Dorfschänke statt. Der erste Abteilungsleiter war Bernd Dörkes; der Spielbetrieb startete im Jahre 1981 mit zwei Seniorenmannschaften unter der fachlichen und sportlichen Betreuung von Peter Wambach. Er hatte lange Jahre beim hochrangigen 1. Badmintonclub (BC) Krefeld gespielt. Die neuen Aktivitäten ließen auch die Mitgliederzahlen steigen. Ende 1981 hatte der Verein insgesamt 437 Mitglieder; davon entfielen auf die Gruppen Fußball 254, Gymnastik 120 und Badminton 63 Vereinsangehörige.

Im Jahr 1980 erschien auch die erste Ausgabe der „Vereinsnachrichten“, die in 1998 den zeitgemäßen Namen „TuS inForm“ erhielt. Anfänglich noch zweimal jährlich im DIN A 5-Format mit der Schreibmaschine getippt, freuen sich die Mitglieder seit 1999 viermal im Jahr auf die farbige DIN A 4-Ausgabe, die mit Hilfe moderner Soft- und Hardware erstellt wird.

In den Jahren 1981/1982 wurden die Abteilungen Skisport/Volleyball und Tischtennis gegründet. Die Initiatoren dieses ersten Vereins mit Skisport in Meerbusch waren Steffen Döhler, Dirk Männich und Raimund Beckord, allesamt engagierte Wintersportler. Bis heute hat sich diese Abteilung behauptet; sie startet nach wie vor jedes Jahr im Januar in die österreichischen Berge zur „Ski-Safari“.

Die Gründung der Tischtennisabteilung geht auf Georg Kipper zurück, der damals erst wenige Monate in Bösinghoven wohnte und aktiv Tischtennis spielte. Nachdem der damalige Vorstand sein Plazet gegeben hatte, wurden schon bald die ersten Tischtennisplatten gekauft und der Trainingsbetrieb vorwiegend mit Jugendlichen aufgenommen. Obwohl dies in der Alten Schule unter recht beengten Verhältnissen geschah, tat dies der Begeisterung keinen Abbruch. Mit Peter Türks fand sich ein kundiger Übungsleiter, der mit seinen Jungen und Mädchen schon bald für Furore sorgte. So wurden einige Meerbuscher Stadtmeistertitel errungen; der größte Triumph war 1985 allerdings der Gewinn des Schüler-Bezirkspokals mit der Mannschaft Jörg Kohtes, Andre Schulz und Christian Schliepack.

Nachdem die TuS-Fußballer über mehrere Jahre in der Kreisliga B um den Aufstieg gespielt hatten, bildete sich unter dem Trainer und heutigem Ehrenmitglied Rudolf Mellwig aus Duisburg ein Klasseteam. Herausragender Spieler war Arnim Biskup, der aufgrund seiner spielerischen Klasse später leider zu Preußen Krefeld wechselte. Am 27. Juni 1981 hatte der TuS bereits die Chance zum Aufstieg, scheiterte aber hauchdünn in einem Entscheidungsspiel mit 1:2 gegen Spiel- und Sportverein (SuS) Vinkrath in Kempen. Die Vinkrather waren früh mit 1:0 in Führung gegangen, der TuS glich durch Hubert Haslach noch in der 1. Halbzeit aus. Dann erwischte der Weitschuss eines Vinkrathers den damaligen Torwart Teddy Tenfelde auf dem falschen Fuß, und vorbei war es mit dem Aufstiegstraum. Über 300 Bösinghovener Fans mussten enttäuscht nach Hause fahren. Viele Jugendliche und Rentner waren mit einem Bus angereist, den Paul Birgels zur moralischen Unterstützung gechartert und bezahlt hatte. Die kontinuierliche Arbeit des Trainers Rudolf Mellwig, der die Mannschaft wie kein Zweiter motivieren und bei der Stange halten konnte, führte 1983 endlich zum Erfolg und Aufstieg, indem man die Saison 1982/83 mit einem Punkt Vorsprung vor Rasensport Krefeld beendete. Zwei Monate später verlor diese Mannschaft im Endspiel um die Meerbuscher Stadtmeisterschaft hauchdünn gegen TuRa Büderich und musste sich mit dem Titel Vize-Stadtmeister zufrieden geben.

Historie TuS 02

Dieses Team schaffte 1983 den Aufstieg in die Kreisliga A: Stehend von links: Abteilungsleiter Hans Wetzels, Masseur Manfred Derkx, Hubert Haslach, Wolfgang Eirmbter, Ralf Kiparski, Jakob Birgels, Bernd Vierhuf, Manfred Haslach, Hermann Sprotte, Werner Haslach, Georg Schüttken, Obmann Fred Kindler, Trainer Rolf Mellwig; sitzend von links: Heinz Tofil, Helmut Peters, Arnim Biskup, Dieter Derkx, Ralf Hofmann, Rainer Brockers, Jörg Schultze, Werner Opgenorth, Hans-Peter Dolls; Foto: privat

Auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Wolfgang Eirmbter und mit Unterstützung vieler Laufbegeisterter fand im September 1985 der erste Bösinghovener Volkslauf statt. Dieses Laufsportereignis ist mittlerweile im Meerbuscher Sportkalender sowie in der regionalen Presse eine feste Größe und zieht Läuferinnen und Läufer aus dem gesamten Niederrheingebiet zum Sportplatz am Windmühlen- bzw. Georg-Buscher-Weg. Am 3. Juli 2010 fand das Laufsportereignis, das zwischenzeitlich nach dem Hauptsponsor „Laufsport Bunert“ benannt wurde, zum 26. Mal statt. Das Motto lautet: „Meerbusch läuft! 26. Bösinghovener Bunert-Sommerlauf.“

Geradezu legendär sind die Kontakte und der gegenseitige Austausch mit der Betriebssportgemeinschaft Aufbau Neubrandenburg, einer klassischen Sportbetriebsgruppe der damaligen DDR in der heutigen Kreisstadt Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Die Neubrandenburger Sportfreunde waren vom 28. April bis zum 3. Mai 1990 in Bösinghoven. Der erste Gegenbesuch fand am 24. August 1990 statt und dauerte vier lange Tage und Nächte. Viele Fußballfreunde aus dem Westen haben bei den sehr gastfreundlichen Neubrandenburgern dabei erstmals, aber ausgiebig mit dem Getränk „Goldkrone“ Bekanntschaft gemacht. Dieser goldbraune Schnaps hat bei den „Wessis“ bis heute seinen Ruf als gefährlicher „Umhauer“ beibehalten.

Beim zweiten Gegenbesuch in Meerbusch im Juni 1991 brachten die Sportfreunde aus Neubrandenburg ein besonderes Gastgeschenk mit: Ein noch funktionierender und mit DDR-Kennzeichen versehener Trabi überstand die weite Reise nach Bösinghoven. Der liebevoll mit den TuS-Insignien bemalte Oldtimer diente dem TuS noch einige Jahre als mobiles Werbeplakat. Allerdings stand er mehr als er fuhr, da die Bedienung des Zweitaktmotors dem Fahrer einiges an technischem Sachverstand abverlangte.

Historie TuS 03

In der Mitte überreicht Johannes Popp von Aufbau Neubrandenburg dem TuS-Vorsitzenden Johannes Peters die Papiere und Schlüssel ; Foto:privat

Seit 1976 nutzte der Verein für die Gymnastik und den Tischtennissport einen Raum in der Alten Schule, der mit etwa 65 m2 überaus klein war. Gemeinsam mit Herrn Struck vom Hochbauamt der Stadt Meerbusch wurde 1991 nach Möglichkeiten gesucht, durch bauliche  Maßnahmen mehr Platz zu gewinnen. Zunächst wurde die damalige Bücherei von dem größeren in den kleineren Klassenraum verlegt; außerdem wurde eine tragende Wand bei gleichzeitiger Unterfangung abgerissen, um den sehr breiten und langen Schulflur als Übungsraum mitzunutzen. Damals wie heute galt das Prinzip, dass die Stadt Meerbusch die technischen und statischen Arbeiten „begleitete“, deren Umsetzung aber beim TuS lag. Großen handwerklichen Einsatz beim Umbau zeigte damals der Geschäftsführer des Vereins, Hubert Haslach. Zeitgleich wurde auch die rechte Speicherhälfte zur 80 m2 großen Geschäftsstelle umgebaut. Die Baumaßnahmen dauerten insgesamt neun Monate und endeten mit einer kleinen Feierstunde im Mai 1994, bei der der damalige Bürgermeister Dr. Beseler dem Vorsitzenden Johannes Peters einen symbolischen Schlüssel überreichte.

Historie TuS 04

Bürgermeister Dr. Beseler (links) und Vors. Johannes Peters

Im Sommer 1999 fragte ein Karatetrainer über verwandtschaftliche Kontakte zum TuS-Mitglied Kurt Guszewski an, ob eine Jugend-Karategruppe die Vereinsübungsräume nutzen könne. Raumkapazität und Bereitschaft auf Seiten des TuS waren vorhanden, diese gerade bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs stehende Sportart anzubieten.. In 2005 erhielt die Karateabteilung einen neuen dreiköpfigen Trainerstab. Seither findet diese Sportart wieder großen Zuspruch. Vele Mädchen und Jungen trainieren mit Begeisterung und sind mittlerweile im Besitz der so begehrten farbigen Gürtel, die es immer nur nach erfolgreicher Demonstration exakt definierter Übungen als Prüfungsnachweis gibt.

Nachdem erstmals 1997 mit dem damaligen Stadtdirektor Thomas Uhling entsprechende Gespräche geführt worden waren, wurde nach mehr als fünf Jahren und vielen  Verhandlungen am 1. Juni 2002 ein Überlassungsvertrag zwischen der Stadt Meerbusch und dem TuS abgeschlossen. Schon seit 2001 waren alle Räume in Eigenleistung saniert und verschönert worden. Neben der Muskelkraft vieler Mitglieder musste der Verein beträchtliche Eigenmittel aufbringen. Die gesamten Sanierungsarbeiten haben annähernd 40.000 Euro gekostet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Übungsräume sind heute technisch wie optisch in einem Zustand, um den der TuS von vielen Vereinen beneidet wird. Der Partyraum und die Sanitäreinrichtungen im Erdgeschoß wurden kernsaniert, Möbel und Kücheneinrichtung neu angeschafft.

Dass dieses bisher in Meerbusch einmalige Projekt gelungen ist, nämlich eine viele Jahre ungenutzte Schule mit allen Rechten und Pflichten an einen Sportverein zu übertragen, ist mehreren Personen zu verdanken. Sehr hilfreich war die Unterstützung durch den amtierenden Bürgermeister Dieter Spindler, die Verantwortung tragenden Mitarbeiter der städtischen Verwaltung und die über die viele Jahre handelnden Personen des TuS Vorstandes. Gemeinsam und immer mit dem notwendigen Blick für das praktisch Machbare ist ein Projekt gemeinsam begonnen worden, das zukunftsweisend für den Sport und seine Selbstverantwortung ist und schon länger auch über die Grenzen Meerbuschs strahlt.

Auf diese Auszeichnung war die Gymnastikabteilung besonders stolz: Die Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes unterstützt Sportvereine mit einer ganzheitlichen Zielsetzung, einem spezifizierten Maßnahmenkatalog und qualifizierten Leiterinnen und Leitern seines gesundheitlichen Sportangebotes.  Die Übungsleiterinnen Regine Schnüll mit ihren Angeboten der Rückenschule sowie Uschi Klupsch mit den Angeboten „Fit und Gesund“, „Fit ab 50+“ und „Sie + Er Rückenfitness für Ältere“ erfüllen diese Anforderungen nun schon im 6. Jahr. Der Zulauf zu den Angeboten von Regine Schnüll und Uschi Klupsch spricht Bände und bedarf keines weiteren Kommentars.

Die Mitglieder des Schachklubs Meerbusch standen 2002/03 vor dem Problem, ihre Übungsstätte zu verlieren. Ein städtisches Gebäude in Osterath, das den Schachfreunden als Trainings- und Spielstätte diente, sollte verkauft werden.. Der TuS sprang in die Bresche und stellte ab Frühjahr 2003 den Partyraum in der Alten Schule zur Verfügung. Die Vorstände beider Vereine kamen im Laufe des Jahres 2003 überein, die noch nicht sanierte linke Speicherhälfte der Alten Schule als Spielräume für Schachsport auszubauen. Nach Gesprächen mit Politik und Verwaltung in Meerbusch wurde damit das letzte Sanierungsprojekt in der Alten Schule in Angriff genommen. Wiederum durch viel Muskelkraft und eigene finanzielle Mittel beider Vereine wurde die Umbaumaßnahme auf einer Raumfläche von fast 90 m2 vollendet. Im Frühjahr 2005 bezog der Schachklub die neuen Räume. Folgerichtig und von den Mitgliedern einstimmig beschlossen, löste sich der Schachklub als selbstständiger Verein auf und schloss sich Ende 2005 dem TuS 1964 Bösinghoven als neue Abteilung an.

Vier Jahre lang bot der Verein im Vorfeld des Volks- bzw. Sommerlaufs ein mehrwöchiges Training in Form eines Lauftreffs an. Im Jahr 2003 war das Interesse besonders groß. Zusätzlich motiviert durch weitere Angebote (Fußvermessung, Kilometer „sponsern“, Intervalltraining) entstand bald der starke Wunsch, auch nach dem 19. Bösinghovener Sommerlauf zu trainieren. So entstand das „Running Team TuS Bösinghoven“, das seit der zweiten Julihälfte jeden Dienstag um 19 Uhr trainiert und zusätzlich noch einmal pro Woche ein Tempotraining durchführt. Seither trägt das Running Team den Vereinsnamen bei vielen Laufveranstaltungen vom Niederrhein bis nach Berlin und sogar auf Mallorca auf den Laufshirts.

Im Jahr 2004 rief der Landessportbund Nordrhein-Westfalen seine Mitgliedervereine zu einem Wettbewerb „Der zukunftsfähige Sportverein“ auf, bei dem es um Themen wie Vereinsführung, Angebotsgestaltung, Mitglieder, Finanzen, Mitarbeiter, Öffentlichkeitsarbeit, interne Organisation und Kooperationen ging. Wichtig und zukunftsweisend war auch die Erarbeitung eines Leitbildes. Die Aussagen mussten nachvollziehbar und nachprüfbar sein. Nach umfangreichen und intensiven Vorbereitungen durch den Vorstand reichte der TuS eine Bewerbungsmappe mit elf Bewertungskriterien ein. Im Juli 2004 wurden die Bemühungen belohnt, und dem Verein wurde eine hohe Auszeichnung durch den Landessportbund zuteil. Unter anderem fand die Alten Schule als Vereins- und Dorfmittelpunkt, höchste Zustimmung durch die Jury. Der Jubel der TuS-Delegation bei der Preisverleihung am 1. Juli 2004 im RWE-Pavillon der Neuen Philharmonie in Essen war riesengroß, als es hieß: „Der 1. Platz geht an den TuS 1964 Bösinghoven aus Meerbusch.“ Verbunden mit dieser Auszeichnung war ein von der RWE gestifteter Betrag in Höhe von 2.000 Euro.

Historie TuS 05

Stolz präsentierten die 2. Vorsitzende Kirsten von der Burg und der 1. Vorsitzende Johannes Peters die Siegerurkunde und Scheck nach der Preisverleihung; Foto: R. Ogrosky

Mit einem Festprogramm wurde das 40-jährige Jubiläum vom 10. – 12. September 2004 auf dem Festplatz an der Bösinghovener Straße gefeiert. Das Festwochenende begann mit einem Konzert der Meerbuscher Coverband Via-Via und endete mit dem musikalischen Jazz-Frühschoppen am Sonntag im Zelt. Viele Vereinsmitglieder und Ehemalige waren der Einladung gefolgt, und bis 17 Uhr erklang so manch vertrautes Fußballerlied aus den sechziger Jahren. Höhepunkt der Festveranstaltung war der Auftritt des Schlageridols der sechziger Jahre, Ricky Shane, mit seinen Hits „Mamy Blue“ oder „Ich sprenge alle Ketten“.

Historie TuS 06

Der Stargast des Jubiläumsballs 2004 beim Einzug in das Festzelt, Ricky Shane mit den TuS Cheerleadern; Foto: R.Ogrosky

Mit dem Eintritt der vierköpfigen Familie Voß aus Bösinghoven wurde die Schallgrenze von 1000 Mitgliedern am 30. Juni 2005 durchbrochen. Damit gehört der Verein zu den vier größten Sportvereinen im Meerbuscher Stadtgebiet. Für den Ossum-Bösinghoven mit etwa 2.350 Einwohnern ist diese Mitgliederstärke (aktuell im März 2011: 1.410) unglaublich hoch und Ausdruck der stetig guten Arbeit der Verantwortlichen im TuS 1964 Bösinghoven sowie der hervorragenden und zentralen Übungsstätten. Darüber hinaus sind das vielfältige sportliche Angebot und die hervorragenden Übungsleiterinnen und Übungsleiter eine Attraktion auch weit über die Dorfgrenzen hinweg für andere Meerbuscher Stadtteile und selbst für Krefeld. Herausragend zu diesem guten Ergebnis trägt immer die Gymnastikabteilung bei. Mit Roswitha Ogrosky als Abteilungsleiterin stellt diese Abteilung mit ihren sehr aktiven Mitgliedern aller Altersklassen mittlerweile den „halben“ TuS.

Den 8. Oktober 2005 hatten die Bösinghovener Kicker lange herbeigesehnt. Mit einem Fußballspiel gegen die so genannte „Weisweiler-Elf“, ehemalige Profis von Borussia Mönchengladbach, wurde der Platz nach der offiziellen Übergabe durch Bürgermeister Dieter Spindler an den TuS übergeben und eingeweiht. Der Vorsitzende des TuS, Johannes Peters und Finanzwart Heiner Linßen hatten den Abstimmungsprozess mit den Verantwortlichen der Stadt Meerbusch geführt und lobten Bürgermeister, Stadtrat und –verwaltung in höchsten Tönen: „Herr Spindler und der Rat der Stadt haben trotz angespannter Haushaltslage die Notwendigkeit der Erneuerung erkannt und umgesetzt. Zudem war der TuS von Beginn an in die Planung eingebunden. Wünsche wurden, soweit finanziell machbar, berücksichtigt. Zudem waren wir immer über den Baufortschritt informiert. Das war einfach vorbildlich!“

Auch das macht den Sportverein der Zukunft aus: Neue Trends und Sportarten aufgreifen und in eigene Aktivitäten umsetzen. Immer ist aber eine Voraussetzung zu erfüllen: Es muss eine verantwortliche Person sich des Themas mit aller Begeisterung annehmen und in ein Angebot einarbeiten. Mit Franz Josef Kohtes ist das für Inline Skating gelungen. Ebenso betreut er das Thema Tanzen, wo die Übungsleiterinnen Simone Rudolph und Anke Laskowski für frischen Wind und den richtigen Takt sorgen. Die aktuelle Trendsportart der letzten Jahre, Walking und Nordic-Walking, findet auch beim TuS immer mehr Anhänger. Hier sorgte das hervorragende Übungsleitertrio (Karin Helms, Anette Gorgs und Gabriele Scholz) von Beginn an für ein attraktives und stark nachgefragtes Angebot.

Mit Trainer Lutz Lenzen wurde der Grundstock für die Aufstiegsfahrt gelegt. Mit sage und schreibe 77 Punkten und 145:30 Toren wurde man souverän Meister der Kreisliga, Gruppe 3. Alleine Michael Lurz (Lulu) traf 55 mal ins Schwarze. Lutz gab das Traineramt auf, berufliches Fortkommen in Form eines Abendstudiums hatte jetzt Vorrang. Mit Wolfgang Jeschke wurde ein erfahrener Coach verpflichtet, darüber hinaus auch noch ein Meerbuscher Junge, der beim ASV Lank das Fußballen gelernt hatte. Weitere Stationen waren: Bayer Uerdingen, SC Jülich und SC Schiefbahn. Zu Beginn der Saison 2007/08 wäre man mit einem einstelligen Tabellenplatz in der Kreisliga A sicher zufrieden gewesen. Aber es kam alles viel besser! Zum Ende der Saison war man wieder sensationell Meister in der Kreisliga A geworden. Mit über 70 Punkten, nur 2 Niederlagen und mehr als 100 Toren war der TuS ein wahrer und würdiger Meister der Kreisliga A, und das bereits vier Wochen vor Saisonende. Der junge Thomas Kuhl und der Oldie Michael Lurz trugen sich mit jeweils 22 Toren in die Torjägerliste ein. Mit einem 5:1 Sieg beim Hülser SV wurde an dem selben Samstagabend der Aufstieg mit dem 60.ten Geburtstag des 1. Vorsitzenden Johannes Peters gemeinsam gefeiert. Was in dieser Saison beeindruckend bei Freund und Gegner war, waren die unglaublich hohen Zuschauerzahlen bei Heim- und Auswärtsspielen. Am Windmühlenweg waren bei Spitzenspielen oft mehr als 400 Zuschauer da, bei den meisten Auswärtsspielen war der TuS-Anhang dem Gastgeber zahlenmäßig immer deutlich überlegen.

Nun war man Bezirksligist! Die Mannschaft wurde gezielt verstärkt, aber, selbst im Traum hatte niemand einen Aufstieg in die Landesliga im Kopf. Die Mannschaft nahm aber schnell Fahrt auf, das 1. Spiel war gleich bei den Preussen aus Krefeld. Mit dem Glück des Tüchtigen (und Aufsteigers) gelang sogar ein 3:2 Sieg. Nach einigen Monaten stellte sich Preussen Krefeld, der VfB Uerdingen (dort gab es mit 1:4 die höchste Auswärtsniederlage!) und der TuS 64 als gleichberechtigte Konkurrenten um eine Meisterschaft heraus. Wer konnte das vorher sehen? Schon wieder ein Aufstieg? Erst nach der Winterpause wurden allmählich die Fronten geklärt: Die Wende geschah im Rückspiel gegen Vf´B Uerdingen, dass der TuS nach einem 2:2 Halbzeitstand noch mit 4:2 gewann bei einer gleichzeitigen Heimniederlage der Krefelder Preussen gegen Waldniel. Die nächsten drei Spiele gegen St. Hubert, Dilkrath und Waldniel wurden allesamt überzeugend gewonnen. Im dann folgenden Spiel hatten es die TuS-Kicker schon wieder selbst im Fuß, die Meisterschaft rechtzeitig zu sichern! Bei Union Nettetal II galt es zu gewinnen, dann wäre der Vorsprung uneinholbar gewesen. Es wurde ein denkwürdiges Spiel. Die Nettetaler spielten außerordentlich gut mit, Torwart José Fernandez musste ein ums andere Mal sein ganzes Können aufbieten. Bis zur 94. Minute stand es noch 0:0, der SR ließ immer noch spielen, bis das Vito Basile (wegen seiner späten Tore auch „Erlöser“ genannt) in genau dieser 94. Minute den 1:0 Sieg des TuS klar machte! Welch ein Jubel ging durch das Stadion! Die mitgereisten Fans waren schier aus dem Häuschen und feierten mit der Mannschaft noch auf dem Platz. Meister der Bezirksliga Niederrhein, Gruppe 5 – Aufsteiger in die Landesliga! Welch ein Triumph für den Fußballsport in Bösinghoven und in Meerbusch.
In diesem Jahr gelang dann auch noch der Aufstieg der 2. Mannschaft in die Kreisliga B, im letzten Saisonspiel reichte ein Unentschieden bei der Zweiten vom SV Gartenstadt. Das war dann der Doppel-Aufstieg, nie zuvor war sowas in der Vereinsgeschichte passiert. Der Chronist weiss von einer ganz langen und feuchten Nacht beim Bösinghovener Feuerwehrfest. Dorthin hatten sich die Mannschaften und die Fans bei bestem Sonnenschein begeben, um lautstark zwei Aufstiege mit den vielen Dorfbewohnern zu feiern.

Das 1. Landesligajahr hat der TuS mit einem 9. Platz abgeschlossen, was für einen Neuling in dieser spielstarken Gruppe – und bei den vielen Langzeitverletzten- eine beachtliche Leistung war.  Nun geht es am 15. August 2010 mit einer starken Elf in die 2. Landesligasaison.

Durch Patrick Krause, selbst Mitglied einer Welt- und Europameisterelf (Meerbusch Eagles), wurde diese dem American Football ähnliche Sportart im TuS integriert. Patrick betreut die junge Mannschaft auch beim Wettkampfbetrieb und möchte gerne Flagfootball am Niederrhein bekannter machen.

Axel Specht, Abteilungsleiter Ski und Inliner, hat diese interessante Sportart für sich selbst entdeckt und auch schon viele begeisterte „Radler“ aus Meerbusch und Umgebung überzeugt. Es finden bereits regelmäßige Treffs, Sicherheitstrainings und geführte Touren, z.B. an den Baldeneysee in Essen, statt.

Es wurde eine tolle Saison gespielt! Niemals in 47-jähriger Vereinsgeschichte waren die TuS-Fußballer erfolgreicher! Alles Bisherige wurde übertroffen. Die 2. Mannschaft machte mit Trainer Kalle Winkler den Anfang und wurde überlegen Gruppenmeister und damit Aufsteiger in die Kreisliga A Kempen-Krefeld.  Und die Mannen und Trainer Wolfgang Jeschke und Co-Trainer Martin Stasch hatten sich ebenfalls ungefährdet den 2. Platz in der Landesliga Gruppe 3 gesichert, der zur Teilnahme an einer Relegationsrunde für die Niederrheinliga berechtigte. Diese Runde mit drei Spielen, die alle gewonnen wurden (2:1 in Wuppertal-Sudberg, zuhause 2:1 gegen 1. FC Mönchengladbach und mit 6:1 in Grevenbroich gegen SC Düsseldorf-West), war das spannendste, das aufregendste, das glücklichste, was TuS-Fans geboten werden konnte. Es war ein Erfolg des Kollektivs im Namen des TuS 64 Bösinghoven mit einem einzigartigen Teamgeist.

Jetzt spielt der TuS in der Niederrheinliga, auch die Königsklasse des Fußballverbands Niederrhein genannt, und etabliert sich hoffentlich schnell.

And the winner is …TuS Bösinghoven!

Die Gymnastikabteilung nimmt am bundesweiten Wettbewerb „Sterne des Sports 2011“ teil und hat auf kommunaler Ebene den „Großen Stern in Bronze“ gewonnen. Damit ist sie im Rennen um den silbernen Stern auf Landesebene. „Weil wir denken, dass unsere ‚Gym‘mit ihrem umfangreichen, vielfältigen Sportangebot auf höchstem Qualitätsniveau in der Meerbuscher Vereinswelt Maßstäbe gesetzt hat, die ihres gleichen suchen, möchten wir nach den ‚Sternen des Sports‘ greifen .“ So begründete die Abteilungsleiterin Roswitha Ogrosky zu Beginn der sieben Seiten und drei Anhänge umfassenden Ausarbeitung die Bewerbung der Gymnastikabteilung. Die „Sterne des Sports“ sind eine Auszeichnung, die an Sportvereine für ihr soziales Engagement vergeben wird. Die Freude in der Gymnastikabteilung war groß. Sie durfte am 12. Oktober in den Räumen der Volksbank Meerbusch e.G. den „Großen Stern in Bronze“ in Empfang nehmen und nun die Stadt Meerbusch in der nächsten Runde des Wettbewerbs auf Landesebene vertreten, in der dann der „Sterns des Sports in Silber“ vergeben wird.

Der Sportverein TuS 1964 Bösinghoven hat inzwischen 47 Jahre Vereinsgeschichte geschrieben. Er ist gut gerüstet für die Zukunft, jedoch hängt alles von der Bereitschaft seiner Mitglieder ab, sich einzubringen und ein Zentrum vor allem für Kinder und Jugendliche, aber auch für jeden Sporttreibenden und zunehmend auch für Ältere zu schaffen. Der TuS wird sich behaupten, wenn Solidarität nach innen und nach außen das Ziel ist. Wie sehr der TuS gerade auf diese Aspekte bedacht ist, mag das „Leitbild“ verdeutlichen, das sich der TuS „als einer der ersten Sportvereine“ gegeben hat. Darin „beschreibt der Verein“ – ich zitiere unseren Zweiten Bürgermeister des Jahres 2004 Franz-Josef Radmacher – „sein Selbstverständnis, seine Stellung in der Gesellschaft. Ein solches Leitbild ist an sich schon eine Zukunftsperspektive, hier aber besonders lesenswert und ansprechend. Drei Zitate: ‚Jeder soll nach seinen Fähigkeiten beim TuS 64 Bösinghoven Sport treiben können.’ Und: ‚Wir möchten die Plattform sein, von der die unterschiedlichsten Aktivitäten ausgehen, ausgehend vom konkreten Bedarf aller Altersgruppen.’ Weiter: ‚Unser Verein lebt durch ehrenamtliches Engagement seiner Mitglieder. Die Vereins- und Entscheidungsstrukturen sind transparent, geprägt von Teamgeist und möglichst dezentraler Verantwortung.’ Zu Recht titelte eine Wochenzeitung: ‚Vorbild mit dem Leitbild.’ Das sind sehr anspruchsvolle Ziele, die der Verein anstrebt und die er schon weitgehend erreicht hat. Hierzu ist der Idealismus vieler ehrenamtlich tätiger Menschen erforderlich. Ich zweifle nicht, dass dies unter den gegenwärtigen Umständen und mit den zurzeit verfügbaren personellen Ressourcen erreichbar ist. Die Aktivierung vieler Ehrenamtlicher ist beim TuS Tradition. … Zum Schluss möchte ich die Hoffnung ausdrücken, dass es dem Verein auch in Zukunft möglich sein wird, seine Ziele in einer zukunftsweisenden Weise anzustreben und zu erreichen. Mit dem TuS ist Ossum-Bösinghoven noch schöner und liebenswerter geworden.“
Soweit Franz-Josef Radmacher. Angesichts seiner zutreffenden Bewertung ist es durchaus nachvollziehbar, dass dem TuS in unserem Dorf der schöne Name „TuS-Familie“ gegeben wurde.

Von Johannes Peters, Stand: Oktober 2011